Wohnsiedlungen in Prenzlauer Berg
© WBG Zentrum eG/ Fotograf Rajko Knobloch

Die Berliner Wohnsiedlungen rund um den Ostseeplatz in Prenzlauer Berg bestehen aus sechs viergeschossigen Wohngebäuden mit insgesamt 224 Wohneinheiten. Bis 2015 war jede Wohnung mit Gasetagen- oder Gasaußenwandheizungen ausgestattet. Für die Instandhaltung und Beibehaltung dieser Versorgungslösung fielen jährlich sehr hohe Kosten an. Aus diesem Grund untersuchte ein Planungsbüro im Auftrag der Wohnungsbaugenossenschaft „Zentrum“ eG verschiedenste Versorgungen, die alternative und zukunftsorientierte Lösungen im Hinblick auf den Energieverbrauch und die Kosten boten.

Weniger Kosten, mehr Effizienz

Nach gründlicher Evaluierung aller Möglichkeiten, entschied sich die Wohnungsbaugenossenschaft „Zentrum“ eG für den Einbau eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) mit nebengeschalteter Gasheizung.

Das BHKW und der Spitzenlastkessel wurden zentral für das Versorgungsgebiet installiert und versorgen seitdem über ein Nahwärmenetz alle Häuser mit Wärme für Heizung und Warmwasser. Die erzeugte Wärme des BHKW wird im Contracting durch die Berliner Energieagentur an die Genossenschaft geliefert und der erzeugte Strom über ein Mieterstrommodell direkt an die Bewohner des Quartiers verkauft. Dies schaffte eine preiswerte, dezentrale Energieerzeugungsalternative zu anderen Stromanbietern, da einige Kostenbestandteile wie z. B. Netzentgelte und Stromsteuer nun entfallen.

 

Smartes Wohnen mit RIEcon SmartHome

Durch das dezentrale Energiemanagementsystem RIEcon SmartHome werden definierte Nutzungsregime und Voreinstellungen der Bewohner je Raum bzw. Wohnung aggregiert und die Heizkurve der zentralen Heizungsanlage fortlaufend optimiert. Da das System die Heizungsanforderungen aus den Wohnungen „kennt“ und mit der gemessenen Temperatur abgleicht, kann es in Verbindung mit Wetterdaten den Heizbedarf der nächsten Stunden prognostizieren und große Effizienzgewinne aus der Heizungsführung erzielen. Durch die informationstechnische Vernetzung können weitere Angebote der intelligenten Heimvernetzung verfügbar gemacht werden. Bei soviel Optimierung der Wohnqualität überrascht es nicht, dass eine Mieterbefragung eine sehr hohe Zufriedenheit ergab, gleichermaßen zu der Modernisierungsmaßnahme wie zum RIEcon WohnungsManager.

Für die störungsfreie Kommunikation zwischen allen Komponenten – bestehend aus sechs GebäudeManagern und einem QuartiersManager – wurde von der Hauptstation in der Hosemannstraße 43 zu den fünf angeschlossenen Gebäuden ein sternförmiges Glasfasernetz im Rahmen der Tiefbauarbeiten für das Nahwärmenetz verlegt. Glasfasern bieten die Möglichkeit, große Datenmengen – darunter u.a. Daten zur Steuerung und Regelung der Energieversorgung, Zählerdaten für Abrechnungen sowie Wetterdaten – schnell und stabil über lange Strecken zu übertragen. Gleichzeitig erfüllen Glasfasernetze die Anforderung an Schutz vor Blitzschlag und Überspannung.

Durch die Vorteile des Glasfasernetzes wird lediglich ein Internetzugang in der Hauptstation benötigt, anstatt der sonst mindestens sechs notwendigen Anschlüsse. Die eigenständige Netzinfrastruktur ist Voraussetzung für sichere Datenhaltung im Quartier.

 

Die Wohnungssiedlung der WBG "Zentrum" eG erstreckt sich über 6 viergeschossige Wohngebäude mit insgesamt 224 Wohneinheiten
2015 installierte Dr. Riedel Automatisierungstechnik in der Wohnsiedlung rund um den Ostseeplatz das dezentrale Energiemanagementsystem RIEcon SmartHome.
© WBG Zentrum eG/Fotograf Rajko Knobloch

Win-win für Mieter und Verwaltung

Von dieser Modernisierungsmaßnahme profitieren nicht nur die Mieter der Wohnanlage, die sich über deutliche Einsparungen bei den Stromkosten freuen. Auch für die Wohnungsbaugenossenschaft ergeben sich attraktive Vorteile. So konnten die Betriebs- und Instandhaltungskosten für dieses Versorgungsgebiet aufgrund des Informationsverbundes zwischen Mieter und Verwaltung nachhaltig gesenkt werden. Das neue Heizungssystem mit Kraft-Wärme-Kopplung, das neben Wärme auch Strom erzeugt, stößt geringere CO2-Emissionen aus. Dies spart Energie und ist noch dazu klimafreundlicher.  

Gefördertes Vorzeigeprojekt

Das Quartier ist Teil des Förderprojektes "Schaufenster intelligenter Energien – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEC) und für den Bereich OST im Forschungsprojekt WINDNODE verankert. Im Berliner Quartier "Hosemannstraße" in Berlin-Prenzlauer Berg erprobt das Borderstep Institut zusammen mit Dr. Riedel Automatisierungstechnik und dem DAI-Labor der TU Berlin, wie aus verschiedenen Kombinationen von Energieerzeugung und Speicherung in Wohngebäuden flexiblere, stromgeführte Betriebsweisen von Wohnquartieren erreicht werden können. Eingesetzte Technologien reichen von modulierbaren Blockheizkraftwerken, Puffer- und Gebäudemassespeichern über Power-to-Heat-Aggregate bis zu Smart-Building-Technik. Dies schafft dezentrale Flexibilitäten, um auf Überangebote von erneuerbarem Strom reagieren zu können. Unter Einbeziehung externer Signale aus Markt und Netz entwickelt Dr. Riedel Automatisierungstechnik hierzu passende Geschäfts- und Abrechnungsmodelle für die Energie- und Wohnungswirtschaft sowie eine Software-Applikation für Endkunden.

Die Berliner Wohnsiedlungen rund um den Ostseeplatz in Prenzlauer Berg bestehen aus sechs viergeschossigen Wohngebäuden mit insgesamt 224 Wohneinheiten.
Dr. Riedel Automatisierungstechnik erhöht mit smarten Lösungen die Effizienz und den Wohlfühlfaktor in der Wohnsiedlung rund um den Ostseeplatz. © WBG Zentrum eG/ Fotograf Rajko Knobloch

Berliner Wohnsiedlungen in Prenzlauer Berg – Technik im Überblick

  • Integration eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) mit nebengeschalteter Gasheizung 
  • Verbrauchserfassung und Abrechnung für Heizung und Wasser
  • Das dezentrale Energiemanagementsystem RIEcon SmartHome aggregiert definierte Nutzungsregime und Voreinstellungen der Bewohner je Raum bzw. Wohnung und optimiert fortlaufend die Heizkurve der zentralen Heizungsanlage
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